Lettering

Ein von einem Schrank inspiriertes Lettering

Gestern habe ich Fotos von einem neuen Bilderrahmen auf meinem Vertiko gemacht, um beim Thema »Alt und neu« von #zeigdein_traumzuhause mitzumachen. Als ich ein Bild für Instagram ausgesucht und bearbeitet habe, wurde ich etwas traurig. Denn das Vertiko ist ein Erbstück und es weckt Erinnerungen.

Dann fiel mir ein Zitat aus Harry Potter and the Prisoner of Azkaban ein: »The ones that love us never really leave us.« Eigentlich geht es noch etwas weiter, aber für mich ist der erste Teil der wichtige und unglaublich tröstend. Er fasst so wunderbar zusammen wie einen Menschen immer noch begleiten, obwohl sie nicht mehr »da« sind. Und weil ich dieses tröstende Gefühl auf Papier bannen wollte, habe ich den ersten Teil gelettert. Wie ich dabei vorgegangen bin, zeige ich Euch heute.

Verwendete Materialien

  • Bleistift & Radiergummi
  • Fineliner in den Stärken 0.2 und 0.8 mm
  • Aquarellfarbe
  • Wasser-Brushpens
  • Schmierpapier (bei mir ist das immer ganz normales Druckerpapier)
  • Papier, das für Wasserfarben geeignet ist
  • Leuchttisch (das ist deutsch für Lightpad habe ich gerade herausgefunden!)

Schritt 1: Lettering-Skizze

P1010119_edited

P1010121_edited

Für meine Skizze habe ich ein Blatt Druckerpapier auf DIN A5 gefaltet, mir mit dem Geodreieck die Mitte markiert und dann Kästchen gemalt, um die Anordnung der Wörter festzulegen. Die Wörter habe ich dann in die Kästchen mittels »Faux Calligraphy«gelettert, das heißt mit einem großzügigen Abstand zwischen den Buchstaben in Schreibschrift geschrieben und dann die Abstriche nachträglich breit gezeichnet.

Auf dem Detailfoto ist ganz gut zu erkennen, dass ich nicht zimperlich mit Bleistift und Radiergummi umgehe. Wenn ich meine finale Linie gefunden habe, male ich sie nochmal mit einem Fineliner nach. Das macht das spätere Abpausen einfacher.

P1010125_edited

Schritt 2: Hintergrund-Skizze

P1010133_edited.JPG

P1010137_editedFür den Hintergrund habe ich einen stilisierten Zweig mit kleinen Punkten als Blättern auf einem separatem Blatt Schmierpapier gezeichnet. Dabei habe ich die Lettering-Skizze auf dem Leuchttisch druntergelegt, um mich mit der Platzierung der einzelnen Ästchen und Punkte daran orientieren zu können.

Auch diese Skizze habe ich mit Fineliner nachgemalt, um das spätere Abpausen zu erleichtern, denn schwarzer Fineliner setzt sich auf dem Lichttisch nunmal bedeutend stärker ab als Bleistift.

Schritt 3: Hintergrund

P1010145_edited

Den Hintergrund habe ich mit Aquarellfarbe auf ein für diese Farbe geeignetes Papier gemalt. Auch dieses Papier habe ich auf DIN A5 geschnitten — ich besitze nämlich nur loses A4-Papier, obwohl ich so gut wie nie auf A4 lettere, sondern immer mindestens auf A5 verkleinere, um kein Papier zu verschwenden. Aber mein Papiergeiz ist eine andere Geschichte.

Obwohl ich auf dem Leuchttisch die Hintergrund-Skizze abgepaust habe, hatte ich Angst, direkt mit der Farbe auf das Papier zu gehen. Deshalb habe ich nass in nass mit zwei Wasser-Bruspens gearbeitet: mit dem ersten habe ich das Wasser aufs Papier gebracht und mit dem zweiten habe ich die Farbe in das Wasser getupft. So ist kein Punkt zu groß geworden und die Verbindungslinien sind nur in erträglichem Maße ausgefranst.

Schritt 4: Lettering

P1010147_edited

P1010148_edited

Den Hintergrund habe ich aufgrund eines kurzen Geduldsfaden trockengeföhnt. Daher konnte ich sehr schnell mit einem 0.2 mm dünnen Fineliner das Lettering auf dem Leuchttisch abpausen. Ich habe manche Buchstaben um Zweige »geschlungen«, indem ich die Linien der Buchstaben nicht immer über den Hintergrund durchgezogen habe.

Zu guter Letzt habe ich die Abstriche mit dem 0.8 Fineliner ausgemalt. Durch das Ausmalen kommt das Verschlungene der Schrift und des Hintergrunds auch noch besser raus, finde ich.

P1010166_edited.JPG

P1010167_edited.JPG

Das war es auch schon — ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich, dass ich diesen für mich so schönen Spruch nun auf Papier habe. Mit allem drum und dran hat es nur acht Folgen Friends auf Netflix oder aber knapp drei Stunden gedauert. Wenn man weniger vorzeichnet und einfach mehr direkt auf dem Papier arbeitet, geht es bestimmt viel schneller. Aber ich wollte diesmal keine Fehlversuche und hab deshalb alles ganz langsam und vorsichtig gemacht.

Geht es euch auch so, dass ihr manchmal ganz langsam vorgeht, damit ja nichts schiefgeht? Oder legt ihr einfach drauf los und fangt im Notfall nochmal von vorne an?

Alles Liebe!

P1010160_edited.JPG

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s